When it rains, it pours


Um noch besser zu verstehen, wie sich Aktienrenditen dynamisch verhalten, wird im Folgenden der Durchschnitt der Renditen über unterschiedliche Zeiträume betrachtet. Konkret wird untersucht, wie hoch die durchschnittliche Rendite aller positiven und aller negativen Perioden jeweils ausfällt.

Durchschnittliche positive und negative Renditen des S&P 500 über unterschiedliche Zeiträume.

Das Ergebnis passt auch zu dem subjektiven Eindruck, dass fallende Aktienmärkte zeitweise eine größere Dynamik entwickeln können als steigende. Interessant ist deshalb die Frage, welche Mechanismen eine solche Abwärtsbewegung verstärken können – auch um besonders schlechte Börsenphasen besser einordnen zu können.

Hier kommen zunächst strukturelle Eigenschaften des Marktes ins Spiel. So können Investoren, die mit Fremdkapital beziehungsweise Hebel investiert sind, bei fallenden Kursen gezwungen sein, Positionen zu reduzieren oder zu schließen. Auch bestimmte Ordertypen können Abwärtsbewegungen verstärken. Ein Beispiel sind Stop-Loss-Orders, bei denen das Erreichen eines bestimmten Kursniveaus automatisch einen Verkaufsauftrag auslöst.


Damit treffen bei fallenden Märkten potenziell mehrere Mechanismen aufeinander: Gehebelte Marktteilnehmer können durch fallende Kurse zur Reduzierung ihrer Positionen gezwungen werden, bestimmte Verkaufsorders können weitere Verkäufe auslösen und die unterschiedliche psychologische Bewertung von Gewinnen und Verlusten kann die Reaktion der Anleger beeinflussen.


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